14.01.12 | Radeberg | Ideen Adlers werden Wirklichkeit |
14.01.2012 |
Die Idee von Peter Adler wird Wirklichkeit
Der 2010 völlig unerwartet verstorbene Ortsvorsteher hat die Weichen gestellt, damit Liegau zu einem lebenswerten Ort wird.
Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt erklärte einst: „Wenn ich Visionen habe, gehe ich zum Arzt…“ Ein Satz, mit dem der langjährige und 2010 völlig überraschend verstorbene Liegauer Ortsvorsteher Peter Adler (SPD) in seinem Leben nie hatte etwas anfangen können. Schon gar nicht für seinen Ort, für Liegau-Augustusbad.
Zu DDR-Zeiten hatte Peter Adler die Vision einer offeneren Gesellschaft, engagierte sich in Kirchen- und Umweltkreisen, gründete dann in Sachsen die Nachwende-SPD mit, saß im Landtag und im Radeberger Stadtrat – und auch als Ortsvorsteher verfolgte er eine ganz klare Vision: Liegau, so sein Wunsch, solle wieder ein lebenswerter, familienfreundlicher Ort werden. Ein Ort, mit einem lebendigen Zentrum entlang der Hauptstraße, ein Ort, in dem Historisches wieder zu neuem Leben erweckt wird, sich mit Modernem verbindet. Und doch war Peter Adler zunächst sehr pragmatisch und erkannte, dass vor der großen Vision als erstes kleine Schritte notwendig waren. Entlang aller Straßen sollten endlich Fußwege entstehen, so sein Ziel. Auch mit Blick auf das in Liegau ansässige Epilepsiezentrum Kleinwachau und dessen behinderte Bewohner, für die es besonders gefährlich war, quasi auf der Straße laufen zu müssen. Peter Adler ging es an; und am 1. Oktober 2009 konnte dann der letzte noch fehlende Fußweg im Ortsteil Liegau offiziell übergeben werden, der Fußweg an der Langebrücker Straße. Zehn Jahre lang hatte Peter Adler am Fußwegprojekt gearbeitet.
Baufirma für Liegau begeistert
Aber der Ortsvorsteher hatte dennoch nie seine „große Vision“ vom schmucken Ortskern aus den Augen verloren. Suchte gemeinsam mit der Stadtverwaltung nach Fördertöpfen, und begeisterte mit der Firma Kremer & Thiele ein Bau- und Immobilienunternehmen für Liegaus historisches Rittergut. Ein Glücksfall für den Ort, wie sich heute zeigt. Denn nicht nur das Rittergut ist mittlerweile saniert, sondern auch das dazugehörige Gebäude mit dem Dorfladen. Auch das hatte Geschäftsführer Andreas Kremer gekauft. Zudem gehört dem Unternehmen auch die benachbarte, heruntergekommene Rödertalschänke, die seit Jahresende zu einem interessanten Wohngebäude zu sogenannten Scheibenhäusern umgebaut wird. Im April soll schon der erste Mieter einziehen. „Liegau ist eine sehr attraktive Wohnlage, in diesen Ort zu investieren, war richtig“, schwärmt Unternehmer Andreas Kremer.
Perlenkette an der Hauptstraße
Peter Adler sprach gern von einer Perlenkette entlang der Liegauer Hauptstraße. Von der Kita mit neuem Außenbereich samt Rodelberg, einem kleinen „Marktplatz“ neben dem frisch sanierten alten Rittergut, einem schmucken neuen Außengelände für die Grundschule – dem bisher noch als „Müllgrundstück“ bekannten Areal am Schulgässchen. Dass das alles auch finanziert werden muss, war Peter Adler dabei von Anfang an klar. Und so bemühte er sich gemeinsam mit der Stadtverwaltung, Liegaus Ortskern entlang der Hauptstraße zum „Sanierungsgebiet“ werden zu lassen, für das dann Fördermittel fließen können zur Unterstützung privater, aber auch öffentlicher Sanierungsvorhaben. Es funktionierte. „Und diese Idee des damaligen Ortsvorstehers, den Ortskern zum Förderprojekt zu machen, war genau richtig – sonst wäre hier heute noch nicht so viel so weit wie es jetzt schon ist“, ist Bauunternehmer Andreas Kremer überzeugt.
Wer heute die Hauptstraße entlangfährt, kann sehen, wie Peter Adlers Vision Schritt für Schritt Gestalt annimmt. Eine Vision, die in Liegau allerdings auch nicht unumstritten war, denn dazu gehörte auch der Abriss der alten Mühle oder der Umzug der Ortsverwaltung. Doch die Kritiker waren nach und nach verstummt, sahen den Erfolg. Nur eines macht ein wenig traurig: Dass Peter Adler nicht mehr selbst erleben kann, dass seine Vision Wirklichkeit wird…
Quelle: sz-online.de/Rödertal
Zurück

