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Peter Adler

Peter Adler

Am 26.März 1940 wurde Peter Adler in Dresden geboren. Hier besuchte er auch die Grundschule und anschließend die Oberschule. Danach erlernte er den Beruf eines Werkzeugmachers. Auf dieser soliden Basis trat er ein Studium (Berufsschulpädagogik) an der Technischen Universität Dresden an und schloss es als Diplom Gewerbelehrer ab. Das befähigte ihn zur Ausbildung junger Menschen als Berufsschullehrer. Im Pentacon Dresden war er nicht nur Fachberater für Automatisierung und Informatik, sondern auch zuständig für die Ausbildung junger Menschen. Anfang der 60er Jahre heiratete er seine Frau Heide, sie hatten drei Kinder, Christoph, Christiane und Caroline. 
Peter Adler war Christ. Seine ersten bedeutenden Funktionen übte Peter Adler in seiner Kirche aus, der er bis zuletzt zutiefst verbunden blieb. Er war viele Jahre Vorsitzender des Kirchenvorstandes der Zionskirche und Mitglied der Bezirkssynode Dresden-Stadt, die er zeitweilig auch leitete.
Im Jahr 1982 ist Peter Adler mit seiner Familie von Dresden nach Liegau-Augustusbad gezogen.

 


Peter Adler | Gerhard Lemm

Sein politisches Leben

Bei seiner menschlichen und christlichen Grundhaltung blieb es nicht aus, dass sich Peter Adler auch anders für die Menschen und ihr Leben einsetzte. Er wurde in der Vorwendezeit aktiv, trotz der Gefahr für sich selbst. Als am am 7. Oktober 1989 in Schwante bei Berlin die SPD in der DDR neu gegründet wurde, war Peter Adler einer der ersten, die mit den Gründern Kontakt aufnahm. Doch es begann schon viel früher. Die Sächsische Zeitung schreibt dazu am 2. Oktober 2009 in der Rödertal-Ausgabe: 

"Im September 1987 zum Beispiel", erinnert sich der Liegauer noch genau, "zogen wir beim Olof-Palme-Friedensmarsch durch Dresden". Es ging um Frieden, es ging aber auch um die Kritik an der Politik der DDR-Regierung, "die auf der einen Seite von einem atomwaffenfreien Korridor aus DDR und BRD sprach, andererseits aber den Wehrkundeunterricht an den Schulen eingeführt hatte", sagt Peter Adler.

Dann kam der Sommer 1989. "Und die Opposition in der DDR wurde immer lauter, das Murren war wirklich deutlich zu spüren", denkt der Liegauer zurück. Zum einen wuchs die Zahl der DDR-Flüchtlinge immer mehr an - in Ungarn waren seit Sommer die Grenzen nach Österreich sehr, sehr durchlässig. "Aber auch der Mut, den Mund öffentlich aufzumachen nahm zu", beschreibt Peter Adler. Und er erinnert sich noch genau an den inneren Zwiespalt: in den Westen zu gehen oder hier zu bleiben, um etwas zu verändern. Er blieb hier und wurde einer der ersten Aktiven der damals noch illegalen SDP in Sachsen und Mitinitiator der Wiederbegründung der Sozialdemokratie im Radeberger Land. 1989 gehörte er dem Runden Tisch des damaligen Bezirkes Dresden an. (vollst. Artikel weiter unten) Nachdem es in der DDR erstmalig eine frei gewählte Regierung gab, wurde Peter Adler zum stellvertretenden Regierungsbevollmächtigten in der damaligen Bezirksverwaltung Dresden ernannt. Die sich in Radeberg und Umgebung gebildeten ersten Gruppen der SPD, oder wie sie zuerst genannt wurde: SDP, beschlossen zu diesem Zeitpunkt den Zusammenschluss zum SPD Ortsverein "Radeberger Land" und Peter Adler, der hierzu die Initiative ergriffen hatte, wurde auch der erste 1. Vorsitzender. Später übernahmen das Andere, um ihn wegen seiner vielfältigen politischen Aufgaben zu entlasten. Aber in den letzten Jahren war er wieder unser 1. Vorsitzender. Unser Oberbürgermeister, Gerhard Lemm (SPD), schreibt in seinem Nachruf zur weiteren politischen Laufbahn von Peter Adler: "Von 1990 - 2004 gehörte Peter Adler dem Sächsischen Landtag als Abgeordneter an. Dort war er u.a. Vorsitzender des Europaausschusses und Mitglied des Geschäftsordnungsausschusses. Bis 1999 war er der parlamentarische Geschäftsführer der SPD Landtagsfraktion. Durch den Sächsischen Landtag wurde er auch in den Rat der Regionen der Europäischen Union gewählt. Am 26.05. 1997 erhielt er in Würdigung seiner Verdienste als einer der Väter der Verfassung des Freistaates Sachsen vom damaligen Landtagspräsidenten Erich Iltgen die Sächsische Verfassungsmedaille. Am 13.10.2009 wurde er für seine Verdienste insbesondere im Rahmen der friedlichen Revolution durch den Ministerpräsidenten Stanislav Tillich mit dem Sächsischen Verdienstorden ausgezeichnet.Der Stadt Radeberg diente er von 1995 bis zu seinem Tode als Mitglied des Stadtrates. In dieses Gremium wurde er 1999, 2004 und 2009 jeweils mit der höchsten Stimmenzahl aller Bewerber gewählt. Durch seine Fraktion wurde er jeweils zum Vorsitzenden gewählt.

 


Gerhard Lemm

Abschied von Peter Adler

Peter Adler war am 19. September 2010 völlig überraschend in seinem Haus in Liegau gestorben, vor einem halben Jahr hatte er noch in der Kirche des Epilepsiezentrums Kleinwachau seinen 70. Geburtstag gefeiert. Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung fand am Montag, 27. September 2010, um 11:00 Uhr in der Radeberger Stadtkirche statt. Dazu schreibt die Sächsische Zeitung am 28. September:

"300 Trauergäste erwiesen gestern Mittag Radebergs langjährigem SPD-Chef und Liegauer Ortsvorsteher die letzte Ehre. Es war ein bewegender Abschied von Peter Adler, gestern Mittag in der mit gut 300 Trauergästen besetzten Radeberger Stadtkirche. Sie wollten sich vom Menschen Peter Adler verabschieden, aber auch vom Politiker Peter Adler. ...
 

Viele politische Freunde

Und so waren viele politische Freunde Peter Adlers nach Radeberg gekommen, um Abschied zu nehmen. Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) zum Beispiel, aber auch einstige Kollegen aus dem Landtag, wie der ehemalige Landtagspräsident Erich Iltgen, der einstige CDU-Fraktionschef Fritz Hähle oder Karl Nolle von der SPD-Fraktion. Aber natürlich auch Radebergs Oberbürgermeister Gerhard Lemm (SPD), den seit vielen Jahren mehr als nur politische Freundschaft mit Peter Adler verbunden hatte und der tief bewegt vor dem Bild Peter Adlers in der Stadtkirche stand. Auch Landrat Michael Harig (CDU) verneigte sich vor Peter Adler, wie auch der neue Linken-Kreischef Sven Scheidemantel, die Vertreter aller Fraktionen des Stadtrats, seine Ortsvorsteher-Kollegen Frank-Peter Wieth (CDU) aus Ullersdorf, Harry Hauck aus Großerkmannsdorf und Arnsdorfs Bürgermeisterin Martina Angermann.

Gekommen war auch Peter Adlers langjähriger Freund, der Dresdner Pfarrer Michael Kanig. Er hielt den Trauergottesdienst in der Stadtkirche. Und es war ein schwerer Gang für ihn. Denn Michael Kanig hatte Peter Adler in den 1960er Jahren in der Dresdner Zionskirchgemeinde kennengelernt, er hatte Peter Adlers Kinder getauft, war zu einem engen Freund der Familie geworden. Und nun musste er sich von Peter Adler verabschieden. Er beschrieb ihn als einen furchtlosen Menschen, der aber nicht übermütig war. Als jemanden, dem es immer wichtig war, mit anderen zu reden, um so den richtigen, für alle besten Weg zu finden. Nie habe Peter Adler seine Meinung über die anderer gestellt.
So sahen ihn viele. Und sie ließen es sich nicht nehmen, sich trotz strömenden Regens und Kälte in die lange Schlange der Trauernden einzureihen, die sich auf dem Weg zum Grab Peter Adlers auf dem Radeberger Friedhof zog. Um sich persönlich von Peter Adler zu verabschieden.

Es ist sicher der Politiker, aber vor allem wohl der Mensch Peter Adler, der jetzt fehlen wird."